Daten und Fakten 2009
Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor und Biogasanlage BioWerk
Mit den verschiedenen Anlagen zur Abfallbehandlung präsentiert sich die Stadtreinigung nicht nur als Abfallentsorger, sondern zunehmend auch als Energieversorger.
Seit Inbetriebnahme vor fast 40 Jahren produziert die Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor (MVA) umweltfreundlichen Strom. Und seit 1997 wird Wärme ausgekoppelt und in das lokale Wärmenetz eingespeist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzeugte die MVA aus
142.860 Tonnen Abfällen insgesamt gut 51 Millionen Kilowattstunden Fernwärme und 54 Millionen Kilowattstunden Strom, von dem 26,9 Millionen Kilowattstunden am Strommarkt platziert wurden. Der Rest war Eigenverbrauch.
Seit November 2009 verarbeitet die Anlage auch Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen, der nicht landwirtschaftlich verwertet werden kann. Nicht nur mit der Produktion von Energie aus Abfällen trägt die Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor zum Klimaschutz bei, auch bei den Schadstoff-Emissionen arbeitet das Kraftwerk vorbildlich. Alle Werte lagen 2009 – zum Teil deutlich – unter den genehmigungsseitig vorgeschriebenen Grenzwerten. Kontinuierliche Modernisierungsmaßnahmen trugen dazu bei, das niedrige Niveau der Emissionen erneut zu erreichen.
Bereits seit 2006 entsteht in der Biogasanlage BioWerk GmbH & Co. KG, an der die Stadtreinigung Hamburg zu 47,5 Prozent beteiligt ist, aus Speiseresten, überlagerten Lebensmitteln sowie Fetten und Ölen umweltfreundliches Biogas.
Diese eher flüssigen oder pastösen Abfälle waren aufgrund ihrer Konsistenz in der Vergangenheit sehr schwer zu entsorgen. Dank moderner Technologien verarbeitete die Anlage in Hamburg-Bahrenfeld im vergangenen Jahr rund 20.000 Tonnen Biomasse zu Biogas. Dieses wurde in einem Blockheizkraftwerk zu rund 5,8 Millionen Kilowattstunden Strom und fast 6 Millionen Kilowattstunden Wärme umgewandelt. Dadurch konnten etwa 3.700 Tonnen CO2 eingespart werden. Im Jahr 2009 vermarktete BioWerk auch erstmalig das Gärprodukt, das nach dem Fermentationsprozess anfällt, als Flüssigdünger in der Landwirtschaft. Damit werden der Stoffkreislauf geschlossen und wertvolle Nährstoffe den Pflanzen zurückgegeben. Zuvor landeten die Gärreste im Klärwerk. Jetzt werden sie ökologisch sinnvoll genutzt.